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Beistelltisch antik - wir bieten Tische in allen Größen


Beistelltisch antik oder modern: Hommage an ein ganz besonderes Möbelstück

Was macht man aus dem Altholz einer abgerissenen Schnapsbrennerei? Ganz klar: einen Beistelltisch. Keiner Schnapsidee, sondern einem wunderschönen Unikat hat der Grafikdesigner Jörg Hoffmann damit zu neuem Leben verholfen. [1] Und knüpft damit an die Geschichte des antiken Beistelltisches an, die zeigt: Beistelltische sind seit Jahrtausenden gebräuchlich und verdienen deutlich mehr Beachtung, als ihr Name vermuten lässt. Dies gilt insbesondere, wenn der Beistelltisch antik ist. Dann nämlich besteht seine Aufgabe nicht allein darin, sich „beistellen“ zu lassen, er soll auch darstellen, repräsentieren – je nach Epoche und Besitzer symbolisiert er Lebensart, Reichtum, Geschmack, Herrschaftsanspruch oder auch Stilbewusstsein seiner Besitzer.

Kurze Geschichte des Beistelltisches

Ein Tisch, so definierten es die Brüder Grimm, ist eine Scheibe, die auf „einem gestell, auf einem oder auf drei, vier füszen“ ruht und dazu dient, „etwas darauf zu stellen“. [2] Von den Germanen sei zudem überliefert, so klären die Brüder Grimm uns weiter auf, dass beim Essen jeder einen eigenen Tisch erhielte. Von den Ägyptern ist bekannt, dass diese bereits im 15. bis 13. Jahrhundert vor unserer Zeit Beistell- und Spieltische nutzen; Überbleibsel aus dieser Zeit finden sich beispielsweise im Ägyptischen Museum in Turin. [3] Der Beistelltisch ist also alles andere als eine moderne Erfindung für Kleinraumwohnungen. Ist der Beistelltisch antik, lässt sich seine Herkunft somit auch nicht auf die Kolonialzeit und die Sklaverei zurückführen, wenngleich er als „Gueridon“ im 17. Jahrhundert als Symbol eines Sklaven gedient haben mag, zu dessen Aufgaben es gehörte, den Herrschaften das Tablett zu halten. [4) Von der Antike bis in die Gegenwart erweist sich der Beistelltisch stattdessen als von Kunsthandwerkern bzw. Designern immer wieder neu erschaffenes und gestaltetes Mobiliar, das nach seiner Funktion beispielsweise auch als Teetisch, Nähtisch, Waschtisch, Wandtisch oder Salontisch bezeichnet wird.

Begehrtes Sammlerstück als Spiegel seiner Epoche: der Beistelltisch antik

Ist ein Beistelltisch antik, gilt er als begehrtes Sammlerstück, für das auf Auktionen fünf- bis sechsstellige Summen geboten werden können. Bevor jetzt aber falsche Hoffnungen aufkeimen, sollte der Begriff „antik“ kurz erläutert werden. Alte Beistelltische gelten als antik, wenn sie mindestens fünf Jahrzehnte ihre Dienste geleistet haben; damit sie fünfstellige Summen einbringen, muss jedoch ein Mehrwert bzw. Seltenheitswert hinzukommen. Der Mehrwert kann sich insbesondere durch die Materialbeschaffenheit, die Art der Fertigung und die Herkunft des Tisches ergeben. Je älter und besser erhalten der Tisch, je eher er einem Herrschaftshaus oder einem berühmten Designer zugeordnet werden kann, desto größer ist sein Verkaufswert. Antike Beistelltische sind wie die Spiegel jener Epoche, in der sie hergestellt wurden: Mal üppig barock aus exotischen Holzarten gefertigt und mit viel prunkvollem Beiwerk aus Marmor und Gold ausgestattet; mal klassizistisch schlicht, aber mit betonter Formgebung; mal mit der für den Jugendstil typischen starken Linienführung und einer kräftigen Ornamentik versehen.

Beistelltisch in der Moderne: industrielle Fertigung und Designerware

Mit der industriellen Fertigung wurden Möbel weniger als Ausdruck einer Kunstepoche und mehr als Produkt eines bestimmten Designers betrachtet. Auch dem Beistelltisch widmeten sich berühmte Designer und Schulen, sodass eine Suche nach „antik Beistelltisch“ beispielsweise zu Modellen führt, die im Bauhaus-Stil hergestellt wurden. Ein besonderes Werk der 1930er Jahre findet sich im Vitra Design Museum in Weil am Rhein, nämlich ein Beistelltisch, der von Eileen Gray 1927 ursprünglich als Betttisch geschaffen worden war. Aus Stahl und Glas gefertigt weicht Grays Beistelltisch deutlich von den bis dahin üblichen Materialien und Formen ab, wurde aber erst nach dem Tod der Designerin (1976) in Serie produziert.[5] Zum Symbol für den industriell gefertigten Beistelltisch wurde auch der Tolix Beistelltisch, dessen Gestell aus Edelstahl besteht und dessen Tischplatte mit Pulverlack beschichtet ist. In dem von Xavier Pauchard geschaffenen Design drückt sich erneut ein Wandel im Selbstverständnis einer Epoche aus: Preiswerte, aber stilvolle Möbel werden zum Symbol zunehmender Demokratisierung. [6] Zeitgenössische Designer, die dem Beistelltisch ihre persönliche Note verleihen, sind beispielsweise Oliver Schick oder die Solinger Designer-Gruppe „Supergrau“.

Unterscheidungskriterien für moderne und antike Beistelltische
Beistelltische können nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden. Üblich ist eine Einteilung von Beistelltischen nach
• Form (Trommeltisch, Wangentisch, Konsolentisch, Demi-Lune-Tisch, Säulentisch);
• Funktion (Teetisch, Waschtisch, Toilettentisch, Nähtisch, Globusnähtisch, Salontisch, Blumentisch, Vitrinentisch, Handarbeitstisch, Spieltisch, Schachtisch, Bibliothekstisch);
• Art der Anbringung oder Aufstellung (Wandtisch, Konsolentisch, Klapptisch).
Schon die Römer verwendeten neben Stein und Marmor auch Metalle für die Fertigung von Tischen, doch wurden Beistelltische seit der Renaissance überwiegend aus edlen Hölzern gefertigt. In der Moderne sind Glas, Metall, Rattan oder Kunststoffe ebenso gern verwendete Materialien. Einige Arten von Beistelltischen waren in bestimmten Epochen besonders beliebt; so finden sich Wangentische häufig in der italienischen Renaissance, Toilettentische (Poudreusen) sind ein typisches Interieur für das 17. und 18. Jahrhundert, antike Beistelltische wie Globusnähtische und Demi-Lune-Tische sind aus der Zeit des Biedermeiers erhalten. Salontische und Bibliothekstische kennzeichnen schon aufgrund ihrer Funktion das Herrschaftshaus; der Waschtisch und der Nachttisch fanden darüber hinaus weite Verbreitung.


Kleines Lexikon der Beistelltische

Ob der Beistelltisch antik oder modern ist, die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die wichtigsten Unterarten:

Bibliothekstisch: Besonders im 18. und 19. Jahrhundert war der Bibliothekstisch beliebt, der in seiner kleinen Beistellvariante als bequeme Ablage dient.

Blumentisch: weist eine oder mehrere Abstellflächen für Topfblumen auf.

Demi-Lune-Tisch: ein halbkreisförmiger Tisch mit drei Beinen, der an die Wand gelehnt wird.

Globusnähtisch: Auf der Platte befindet sich eine globusförmige Kugel, die sich durch Hochschieben öffnen lässt. Im Biedermeier zumeist aus edlen Hölzern gefertigt und mit vergoldeten Elementen ausgestattet.

Handarbeitstisch: Als Handarbeitstisch kann im Prinzip jeder Beistelltisch dienen, der eine angenehme Höhe sowie Schubladen zum Aufbewahren der benötigten Utensilien aufweist.

Klapptisch: Klapptische sind als Wandtische, deren Tischplatte sich ganz oder teilweise einklappen lässt, oder als frei aufstellbare Tische, erhältlich.

Konsolentisch: Garderobenmöbel, die aus Spiegel und Tisch bestehen.

Nähtisch: Vor der Erfindung der Nähmaschine diente er als Ablage und Aufbewahrungsort der Nähutensilien und war entsprechend mit Schubladen ausgestattet.

Nachttisch: Auf dem neben dem Bett stehenden Nachttisch findet die kleine Nachttischlampe ebenso ihren Platz wie Brille, Armbanduhr, Wecker, ein Glas Wasser und ein Buch oder der E-Book-Reader.

Salontisch: Der Salontisch wird beispielsweise als Tee- oder Kaffeetisch genutzt. Salontische sind häufig besonders aufwendig gefertigt, da sie repräsentativen Zwecken dienen.

Säulentisch: Eine oder mehrere Säulen geben dem Tisch seine Stabilität.

Schachtisch: eine Unterart des Spieltisches, mit aufgemaltem Schachbrett und Unterbringungsmöglichkeit für die Figuren.

Spieltisch: Die Bezeichnung Spieltisch lässt sich für Pokertische ebenso verwenden wie für Schachtische. Aber auch Tische für Kinder dienen als Spieltische.

Teetisch: Als Beistelltisch oder für die kleine Teezeremonie sind Teetische gut zu verwenden. Sie stammen häufig aus dem asiatischen oder orientalischen Kulturkreis oder sind Tischen aus diesen Herkunftsländern nachgebildet.

Toilettentisch: Als „Frisierkommode“ oder „Poudreuse“ befand sich der im 17. und 18. Jahrhundert besonders beliebte Tisch eher im Ankleidezimmer denn am „stillen Örtchen“. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Dreiteilung des aufklappbaren Spiegels üblich.

Trommeltisch: Seinen Namen verdankt der Trommeltisch vor allem seiner runden Trommelform. Ein robuster Beistelltisch, der häufig mit einer Schublade ausgestattet ist.

Verwandlungstisch: ein Tisch, der sich nach verschiedenen Seiten hin ausklappen lässt und daher sowohl als Schreibtisch wie auch als Toilettentisch dienen kann.

Vitrinentisch: Tisch mit Vertiefung (Auslage) und Glasplatte, in dem sich kleine Kostbarkeiten hübsch präsentieren lassen. Wird auch als Juweliertisch bezeichnet.

Wandtisch: Als Wandtische werden alle Beistelltische bezeichnet, die für eine freie Aufstellung im Raum nicht oder wenig geeignet sind. Der Demi-Lune-Tisch ist ein Beispiel für einen Wandtisch antik.

Wangentisch: Wangentische sind nach ihrer Bauweise benannt, für die zwei durch eine Strebe verbundene wangenförmige Stützen typisch sind.

Waschtisch: eine Art mobiles Waschbecken. Die Waschschüsseln werden entweder in spezielle Auslassungen eingestellt oder  sind Teil eines Aufsatzes. Ursprünglich gehörte neben den Waschschüsseln auch ein Nachttopf dazu.

 

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